Historie Ortswehr Cunewalde


Am 10. November 1872 vereinigten sich 40 Männer aus Cunewalde zum Schutze der Einwohner des Ortes und gründeten die Freiwillige Feuerwehr Cunewalde.

Um Ausrüstung zu beschaffen, wurde eine Haussammlung organisiert. Diese brachte 127 Taler und eine Anzeige wegen Hausbettelei ein. Daraufhin wurde jeder Kamerad zu einer Strafe von 1 Taler verurteilt. Der Kreishauptmannschaft Bautzen war es zu verdanken, dass dieses Urteil wieder aufgehoben wurde.
Am 22. Februar 1873 rückte die junge Wehr zu ihrem Einsatz nach Cunewalde. Dieser Einsatz endete tragisch, da der Kamerad Wagner aus dem Zieglertal tödlich verünglückte.

Am 6. April 1874 wurde in einer vom damaligen Gemeinderat der Gemeinde Obercunewalde einberufenen Versammlung, die Freiwillige Feuerwehr Obercunewalde (der 48 Männer beitraten) gründeten.

Jeder beigetretene Feuerwehrmann steuerte als Gründungsfonds 2 Neugroschen bei.
Am 1. Juni 1874 fand im "Hobel" die Verpflichtung der Wehr statt.
1873 war die Feuerwehr Cunewalde an der Grundüng des "Oberlausitzer Gebirgsgau-Feuerwehrverbandes" beteiligt.
Diesem Verband gehörten die Cunewalder Feuerwehren bis zu seiner Auflösung im Jahr 1937 an.
Im Jahr 1877 stellten die Feuerwehren ihre Leistungsfähigkeit u. a. beim Brand des Rittergutes, welcher 30 Stunden andauerte, unter Beweis.

Am 21. November 1882 erhielt die Freiwillige Feuerwehr ihre erste Handdruckspritze.

Das schwärzeste Jahr in der Geschichte der Wehr war das Jahr 1888. Nach einem Vergnügen der Feuerwehr erkrankten zahlreiche Einwohner des Cunewalder Tales an einer Schweinefleischtrichinose, 31 Menschen starben, darunter 8 Feuerwehrkameraden.

1893 enstand eine Sanitätsgruppe der die Wehren Cunewalde, Obercunewalde, Weigsdorf-Köblitz, Schönberg, Lauba und Beiersdorf angehörten.

Viele Kameraden kamen in den Kriegswirren des 1. Weltkrieges ums Leben.
Am 1. April 1939 kam es zum Zusammenschluss der bis dahin eigenständigen Gemeinden Cunewalde und Obercunewalde, worauf 1942 der Zusammenschluss der beiden Feuerwehren verfügt wurde. Von dieser Zeit stellte man die Feuerwehr Cunewalde, unterteilt in erste und zweite Kompanie (später erster und zweiter Zug), unter eine einheitliche Leitung. Im gleichen Jahr erhielt die Wehr auch neue Technik, was die Arbeit enorm vereinfachte.

Im 2.Weltkrieg war durch das Fehlen vieler Kameraden die Einsatzfähigkeit der Wehr nicht mehr gewährleistet. Die überlebenden Kameraden fanden sich 1945 dennoch zu einem Neubeginn zusammen. In dieser Zeit traten viele junge Menschen der Wehr bei, um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr wieder herzustellen.

1968 – 1969 baute der 1. Zug ein neues Gerätehaus. Dabei leisteten die Kameraden freiwillig mehr als 10.000 Arbeitsstunden.
Im Jahr 1972 kam es zur Gründung einer Frauengruppe, diese widmete sich vorwiegend den vorbeugenden Brandschutz. Ebenfalls wurde im Jahr 1972 die Arbeitsgemeinschaft „Junge Brandschutzhelfer“ gegründet. Aus dieser Arbeitsgemeinschaft entwickelte sich später die Jugendfeuerwehr.

Am 20. Juni 1992 erfolgte die Fahnenweihe durch Pfarrer Groß in der Dorfkirche Cunewalde.

1998 – 1999 erfolgte der Neubau des Cunewalder Feuerwehrgerätehauses auf der Czornebohstraße. Mit dem Einzug in das neue Depot wurden der 1. und 2. Zug zur Ortsfeuerwehr Cunewalde zusammengeführt.